A A

Die Bedeutung von Vitamin D für die Knochen-Gesundheit ist weit bekannt: eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D ist wichtig für die Stabilität und Gesundheit der Knochen.

Viel weniger bekannt ist die Tatsache, dass Vitamin D eine wichtige Rolle spielt bei vielen anderen häufigen Erkrankungen! So schreibt die Zeitschrift FOCUS in einer kürzlich erschienenen Ausgabe: „Forscher hoffen auf Vitamin D zur Vorbeugung weit verbreiteter Krankheiten.“

Im Folgenden haben wir Ihnen Fragen und Antworten zu diesem Thema zusammengestellt.
Klicken Sie auf die Fragen und kommen Sie so direkt zur Antwort oder gehen Sie die Fragen und Antworten systematisch von oben nach unten durch.

  1. Warum ist Vitamin D nicht nur für die Gesundheit der Knochen wichtig?
  2. Warum hat Vitamin D einen positiven Einfluss auf das Immunsystem?
  3. Schützt Vitamin D vor Autoimmun-Erkrankungen, wie Rheumatoider Arthritis, Multipler Sklerose, Typ 1 Diabetes, Systemischem Lupus Erythematodes und Morbus Crohn?
  4. Schützt Vitamin D vor Erkrankungen der Blutgefäße, wie Bluthochdruck, Herzinfarkt und Schlaganfall?
  5. Welchen Einfluss hat Vitamin D bei der weit verbreiteten Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus)?
  6. Kann Vitamin D vor Krebs schützen?
  7. Bin ich ausreichend mit Vitamin D versorgt? Wie hoch ist mein Vitamin D-Spiegel?
  8. Warum sollte ich meinen Vitamin D-Spiegel kennen?
  9. Wodurch wird ein Vitamin D-Mangel verursacht?
  10. Gibt es Risikogruppen, bei denen ein Vitamin D-Mangel besonders häufig vorliegt?
  11. Was muss ich tun, um meinen Vitamin D-Spiegel bestimmen zu lassen?
  12. Das wichtigste in der Zusammenfassung

1. Warum ist Vitamin D nicht nur für die Gesundheit der Knochen wichtig?

Es wurde festgestellt, dass Vitamin D nicht nur auf die Zellen im Knochen wirkt, sondern auf viele andere Zellen in den Organen des Körpers.

Dies beruht darauf, dass die für die Wirkung notwendigen Vitamin D-Bindemoleküle (Vitamin D-Rezeptoren) nicht nur in Knochenzellen, sondern in vielen anderen Zellen des Körpers vorhanden sind.

Weitere allgemeine Informationen zu Vitamin D finden Sie hier.

2. Warum hat Vitamin D einen positiven Einfluss auf das Immunsystem?

Auch in den Zellen des Immunsystems wurden Vitamin D-Rezeptoren gefunden, so dass von einer Beeinflussung dieser Zellen durch Vitamin D ausgegangen werden kann.

Wichtige Hinweise liefern klinische Studien, die zeigen, dass die bei einem Vitamin D-Mangel häufig auftretenden Infektionen der oberen Atemwege durch die Gabe von Vitamin D praktisch komplett verhindert wurden.

Auch eine japanische Untersuchung zeigte, dass durch Vitamin D Gabe die Häufigkeit von Grippe-Infektionen (Influenza A) um mehr als 60 % gesenkt wurde.

Weitere Informationen zu wissenschaftlichen Arbeiten über “Vitamin D und das Immunsystem” finden Sie hier.

3. Schützt Vitamin D vor Autoimmun-Erkrankungen, wie Rheumatoider Arthritis, Multipler Sklerose, Typ 1 Diabetes, Systemischem Lupus Erythematodes und Morbus Crohn?

In der wissenschaftlichen Literatur gibt es Hinweise, dass Vitamin D einen positiven Effekt bei Autoimmun-Erkrankungen hat.

Dazu gehören Gelenkrheuma (Rheumatoide Arthritis), Multiple Sklerose, Typ I Diabetes (Juveniler Diabetes), und möglicherweise auch der Lupus Erythematodes und chronische Darmentzündung, wie Morbus Crohn.

In einer 2010 publizierten Übersichts-Arbeit von Kriegel at al. (Semin Arthritis Rheum, 2010 Nov. 1 in Druck) sind die zugrundeliegenden Daten ausführlich analysiert.

Weitere Informationen zu wissenschaftlichen Arbeiten über “Vitamin D und Autoimmun-Erkrankungen” finden Sie hier.

4. Schützt Vitamin D vor Erkrankungen der Blutgefäße, wie Bluthochdruck, Herzinfarkt und Schlaganfall?

In der Tat liegen wissenschaftliche Hinweise vor, dass ein Vitamin D-Mangel das Risiko für Erkrankungen der Blutgefäße (sog. „Kardiovaskuläre Erkrankungen“) verstärkt. Eine wichtige Arbeit dazu stammt von Wang und Kollegen und wurde erst kürzlich publiziert.

Die Autoren konnten zeigen, dass ein Vitamin D Mangel gerade bei Personen mit einem Bluthochdruck das Risiko für Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems und der Blutgefäße verstärkt.

Weitere Informationen zu wissenschaftlichen Arbeiten über “Vitamin D und Herz-Kreislauf-Erkrankungen” finden Sie hier.

5. Welchen Einfluss hat Vitamin D bei der weit verbreiteten Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus)?

Bei der Zuckerkrankheit unterscheidet man zwei Formen: Zum einen den Typ I Diabetes, der durch eine Auto-Immun-Reaktion ausgelöst wird. Diese Form tritt häufig bereits bei Jugendlichen auf und wird deshalb auch als „Juveniler Diabetes“ bezeichnet. Auf den Zusammenhang zwischen Typ 1 Diabetes und Vitamin D wurde oben schon hingewiesen bei dem Abschnitt über Autoimmun-Erkrankungen.

Wesentlich weiter verbreitet ist der Typ 2 Diabetes, der vorwiegend bei älteren Personen auftritt (deshalb auch „Alters-Diabetes“ genannt).

Aber auch für den Alters-Diabetes liegen Hinweise vor, dass ein Vitamin D-Mangel das Auftreten dieser Erkrankung fördert.

Auch liegen Hinweise vor, dass die Gabe von Vitamin D einen positiven Einfluss bei einem Alters-Diabetes hat.

6. Kann Vitamin D vor Krebs schützen?

Bereits 1980 wurden in den USA Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen einer ausreichenden Versorgung mit Vitamin D und vermindertem Krebsrisiko gefunden. In weiteren Studien wurden diese Hinweise erhärtet.

Auch für Prostatakrebs liegen entsprechende Hinweise vor.

Es liegen sogar wissenschaftliche Hinweise vor, dass die Gabe von Vitamin D in der Lage ist, das Krebsrisiko zu senken: In einer 2007 veröffentlichten Studie wurden 1179 Frauen in drei Gruppen aufgeteilt: eine Gruppe erhielt ein Schein-Medikament (Placebo), eine Gruppe Kalzium und eine Gruppe Kalzium plus Vitamin D. Das Risiko einer Tumor-Erkrankung lag im Vergleich zur Placebo-Gruppe in der Kalzium plus Vitamin D-Gruppe um 70 % niedriger.

7. Bin ich ausreichend mit Vitamin D versorgt? Wie hoch ist mein Vitamin D-Spiegel?

Die Antwort auf diese Frage gibt eine Blut-Untersuchung im Medizinischen Labor.

Dazu muss man wissen, dass Deutschland ein Vitamin D-Mangel-Gebiet ist. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass gerade in den Wintermonaten eine Unter-Versorgung mit Vitamin D festzustellen ist, die in den Sommermonaten nicht ausgeglichen werden kann.

Mit anderen Worten: Wenn man in Deutschland lebt, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass man keine ausreichende Versorgung mit Vitamin D bekommt.

8. Warum sollte ich meinen Vitamin D-Spiegel kennen?

In diesem Zusammenhang ist es wichtig zu wissen, dass ein festgestellter Vitamin D-Mangel mit einer gezielten Tabletten-Therapie beseitigt werden kann.

Die Labor-Untersuchung beantwortet folgende wichtige Fragen:

  • Liegt bei mir überhaupt ein Vitamin D-Mangel vor?
  • Mit welcher Vitamin D-Dosis kann dieser Mangel ausgeglichen werden?
  • War diese Behandlung erfolgreich?
  • Mit welcher Dosis soll eine Langzeit-Behandlung durchgeführt werden, um einem erneuten Mangel vorzubeugen?

Dabei empfiehlt sich die Bestimmung des Vitamin D-Spiegels im Sommer und nach den Wintermonaten. Dadurch bekommt man eine gute Aussage über die individuelle Schwankung des Vitamin-D-Spiegels.
Nach einer Therapie mit Vitamin D sollte der Spiegel in größeren Abständen überprüft werden, um die ausreichende Versorgung zu prüfen.

Die Festlegung der individuellen Vitamin D-Dosis ist auch ein Grund dafür, dass die Behandlung eines Vitamin D-Mangels in ärztlicher Betreuung erfolgen soll.

9. Wodurch wird ein Vitamin D-Mangel verursacht?

Ein Vitamin D-Mangel kann verschiedene Ursachen haben.

In unseren Breiten ist es jedoch im Wesentlichen die mangelnde Sonneneinstrahlung, die eine verminderte Bildung von Vitamin D in der Haut zur Folge hat.

10. Gibt es Risikogruppen, bei denen ein Vitamin D-Mangel besondes häufig vorliegt?

Ja, es gibt bestimmte Personengruppen, in denen ein Vitamin D-Mangel gehäuft auftritt.

Dies betrifft vor allem ältere Menschen (jenseits der 45), Personen mit dunkler Hautfarbe und alle, die sich zu wenig im Freien aufhalten, um „Sonnenlicht zu tanken“.

Aber auch bestimmte Erkrankungen, wie chronische Nierenerkrankungen und Störungen der Nahrungsaufnahme bei Darm-Erkrankungen führen gehäuft zu einem Vitamin D-Mangel.

11. Was muss ich tun, um meinen Vitamin D-Spiegel bestimmen zu lassen?

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt.

Er wird die entsprechende Blut-Untersuchung veranlassen und er wird auch eine ggf. notwendige gezielte Behandlung mit Vitamin D-Tabletten durchführen. Um eine Fehldosierung zu vermeiden, sollte eine Vitamin D-Therapie durch einen Arzt/eine Ärztin erfolgen.

Um Ihnen das Gespräch mit Ihrem Arzt zu erleichtern, haben wir Ihnen hier ein Formular vorbereitet, das Sie bei Ihrem Besuch in der Praxis den Arzthelferinnen oder dem Arzt vorlegen können.

Mit diesem Fax-Vordruck kann Informationsmaterial für Ärzte, und wissenschaftliche Literatur abgerufen werden.

Sie können diesen Fax-Vordruck auch gerne für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Ihres Arztes ausdrucken und in der Praxis vorlegen. Das Praxis-Team wird dann alles Weitere veranlassen.

Wichtig: Die Messung des Vitamin D-Spiegels gehört nicht zu den Vorsorgeleistungen der gesetzlichen Krankenkassen und wird von ihnen nicht finanziert. Die Kosten für die Messung des Vitamin D im Labor muss deshalb vom Kassenpatienten privat gezahlt werden.

12. Das wichtigste in der Zusammenfassung

  • Vitamin D-Mangel ist häufig in Deutschland
  • Ein Vitamin D-Mangel bleibt jedoch vielfach unerkannt
  • Wissenschaftliche Hinweise zeigen, dass Vitamin D einen positiven Einfluss auf zahlreiche häufige Erkrankungen hat
  • Unter anderem betrifft dies:
    o  Autoimmun-Erkrankungen, wie
    - Rheumatoide Arthritis
    - Multiple Sklerose
    - Typ 1 Diabetes
    - Systemischer Lupus Erythematodes
    - Morbus Crohn
    o  Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, wie
    - Herzinfarkt
    - Schlaganfall
    o  Zuckerkrankheit (Diabetes)
    o  Bestimmte Krebsformen
  • Es liegen sogar Hinweise vor, dass eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D vor bestimmten Krebsformen schützen kann.
  • Durch eine Blut-Untersuchung lässt sich sehr einfach feststellen, ob ein Vitamin D-Mangel vorliegt, oder nicht.
  • Sprechen Sie mit Ihrem betreuenden Arzt, der die Untersuchung durchführt und danach ggf. eine gezielte Therapie mit Vitamin D-Tabletten einleitet.

Hier geht es zu dem oben bereits erwähnten

FOCUS Artikel “Gesund wie die Sonne”

Diese Seite drucken Diese Seite drucken
Impressum | Haftungs-Ausschluss